Etappe 1
Village Neuf (F) nach Bessenay (F)
Das Büssli ist gepackt. Alles an seinem Platz. Die 84 jährige Mutter sowie Verona ebenfalls angeschnallt.
Im Navi wurde natürlich bereits der Stellplatz eingegeben, in Bessenay. Auf dem Foto schön idyllisch direkt an einem Weiher.
Also rauf auf den Bock und los geht’s. Gut, ich hätte es wissen müssen, nach 500 Meter dann ein kurzer Stopp. Eine Schranktüre war nicht geschlossen und das Geklapper hat mich wirklich genervt. Nicht auszudenken, wenn in der ersten Kurve ein Teil des Geschirrs, der Pulverkaffee und noch anderes im Büssli umhergeflogen wären.
Also wieder alles zuschliessen und erneut auf den Bock.
Das Navi sagte in welche Richtung. Man bedenke, ich war zu diesem Zeitpunkt ja bereits schon in Frankreich.
Ich aber dachte aus unerfindlichen Gründen ich muss doch ganz sicher auf die Schweizer Autobahn. Das Navi wird sich dann schon nach mir richten, so dacht ich. Aber die gute Dame welche im Navi sitzt, hat mich bis Pratteln immer überzeugen wollen umzukehren. Ich blieb stur!
Nachdem sie tatsächlich nicht aufhören wollte mich und meine wertvolle Fracht zu wenden, beschloss ich nachzugeben. In Liestal habe ich dann demütig gewendet und bin den ganzen Weg wieder zurück. Nur um dann endlich mit einer Stunde Verspätung meine Reise in die richtige Richtung anzutreten.
Das Wetter war zum Fahren perfekt. Etwa so wie im April. Mal Sonne mal Regen, mal bewölkt, aber nie zu heiss.
Kurz vor dem Ziel sprach die Dame im Navi wieder zu mir um mich auf den Stellplatz zu führen. Ich kann nicht sagen ob ich falsch abgebogen bin, oder mir die Dame den Weg falsch gewiesen hat. Auf jeden Fall musste ich einen steile Strasse, wobei das Wort Strasse übertrieben ist, es war eher ein Schotterweg, hochfahren. Dann musste ich am Berg rechts abbiegen .Aber das Büssli war zu gross und die Kurve zu klein. Das hiess, mit Handbremse, Kupplung und Gas arbeiten. Das ist seit Jahren mein ganz persönlicher Horror, nur so nebenbei erwähnt.
Ich habe die Kurve dann tatsächlich geschafft und ich landete mit meinem Solito auf direktem Weg im Vorgarten eines wunderschönen Hauses und schaute direkt in das Wohnzimmer eines älteren Ehepaares, welches gerade genüsslich am Essen war. Ich muss Euch nicht sagen mit welchen Blicken ich angeschaut wurde. Ich war schon an diesem Punkt kurz vor einem Lachanfall. Da stand ich also… und wusste, dass ich ja auch nicht so ohne weiteres wieder aus dieser Situation und diesem Vorgarten herauskommen werde.
Das ältere Ehepaar kam dann natürlich zu mir und wollte wissen, was ich denn in Ihrem Garten suche. Worauf hin ich ihnen erklärte wohin ich eigentlich wollte. Sie waren wirklich nett und meinten, ich hätte weiterfahren sollen. Eben in diesem Falle hätte ich NICHT auf mein Navi hören sollen. Das soll einer verstehen.
Ich kugelte mich tatsächlich vor Lachen über diese Situationskomik und startete so gut es geht ein Wendemanöver.
Beim Platz angekommen wurden wir von der Schönheit belohnt. Ein Weiher, viele Obstbäume, Tisch, Bank und Plumpsklo. Alles was das Herz begehrt.
Verona genoss das Bad im Weiher. La Mamma und ich genossen, ein Gläschen Wein, Salametti (zum 4. Mal in Folge 😊 – das ist ein Insider) und Tomaten.
Die Nacht verlief ruhig. Ausser dem Quakkonzert der Frösche war nichts zu hören. Mit Vorfreude auf den nächsten Tag schlief ich ein.