Das erzähle ich niemandem!

Es gibt Geschichten, die sollte man wirklich für sich behalten – einfach aus reinem Selbstschutz. Aber dann gibt es diese eine Geschichte, die zu absurd ist, um sie nicht zu teilen. Und trotzdem… das erzähle ich niemandem.
Es begann alles ganz harmlos: Mein Van brauchte ein bisschen Zuwendung. Die Steckdose wollte nicht mehr dort bleiben, wo sie hingehörte, die Außenabdeckung der Steckdose gab ihren Dienst auf, das Wasser – na ja, fließt irgendwie nicht mehr so richtig – und zu guter Letzt die Heizung. Ja, die Heizung! Mein Trumer, der Held der Winterabende, der im entscheidenden Moment einfach keine Wärme liefern wollte. Aber eben, das erzähle ich niemandem. Nein, das kann ich nicht.
Also fuhr ich den Van zu Camping Binder, um endlich alles reparieren zu lassen. Mit einer Liste an kleinen Wehwehchen, die natürlich mit einem Lächeln präsentiert wurden. „Die Heizung macht keinen Mucks“, sagte ich fast schon entschuldigend, während ich das Ganze als kleinen „Van-Camper-Fluch“ abtat. Binder hörte sich alles geduldig an, besprach mit mir, was gemacht werden müsste. Auch die Heizung, natürlich. Aber eben, das erzähle ich niemandem. Nein, das kann ich nicht.
Gemeinsam gingen wir zum Van, als der Mechaniker dazu kam. Wir standen dort, und ich erklärte alles nochmal. Doch dann, wie aus dem Nichts, sagte der Mechaniker völlig beiläufig: „Die Dachluke beim Klo ist offen…“
Moment mal – was? Mein Gehirn brauchte ein paar Sekunden, um diese Info zu verarbeiten. Dann wurde mein Gesicht erstmal kurz steif, bevor es in eine Mischung aus Entsetzen und... Belustigung überging. In meinem Kopf klingelte es – Oh mein Gott! Das konnte doch jetzt nicht wahr sein! Natürlich konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen. Aber natürlich ließ ich mir nichts anmerken und sagte ganz ruhig: „Ja, das weiß ich. Ich dachte, es wäre eine gute Idee, die Luke offen zu lassen, damit die Luft zirkulieren kann.“ Klar, warum nicht? Frische Luft und so.
Und hier kommt der Clou: Ich hatte die Luke in der Garage tatsächlich offen gelassen, weil ich dachte, es würde Sinn machen. „Frische Luft und Zirkulation“, dachte ich mir – klingt doch logisch, oder? Ich hatte ja noch nie ein Van-Abenteuer gemacht und wollte einfach sicherstellen, dass nichts unangenehm riecht oder Schimmel entsteht. Also ließ ich die Luke offen, als der Van in der Garage stand. Doch dann, als der große Moment kam und ich aufbrach, vergaß ich schlichtweg, die Luke zu schließen. Ich dachte nicht weiter darüber nach. Ich war aufgeregt, die Freiheit des Van-Lebens zu erleben und die Welt zu erobern. Und dann, draußen – Minusgrade! Was machte die Heizung? Sie tat ihr Bestes, natürlich. Aber bei den Temperaturen draußen war sie wie ein Toaster im Dauerbetrieb. Die Wärme stieg, wie Wärme nun mal so ist, und ging direkt durch die Dachluke nach draußen.
Ich stand da, und alles, was mir in diesem Moment durch den Kopf schoss, war: Ich bin so ein Vollpfosten!
Ich hatte es wirklich geschafft, die Dachluke zu vergessen. Während ich losfuhr und dachte, ich könnte die Van-Welt erobern, hatte ich der Heizung quasi keine Chance gegeben, irgendetwas anderes zu tun, als die Kälte zu bekämpfen. Und zwar mit genau null Erfolg. Das war wohl die coolste (im wahrsten Sinne des Wortes) Van-Erfahrung, die ich je gemacht habe.
Jetzt kann ich nur noch lachen – und hoffe, dass niemand erfährt, wie blöd ich eigentlich war. Ich meine, minus Grad, Heizung läuft auf Hochtouren und Luke offen – was könnte da schon schiefgehen?
Also, liebe Freunde, merkt euch eins: Wenn ihr in einem Van unterwegs seid und es draußen kälter ist als in einem Tiefkühlfach – vergesst nicht, die Dachluke zu schließen! Das ist die wahre Weisheit des Van-Lebens. Und ja, das erzähle ich niemandem.