Fliessendes Wasser im Wohnmobil ist doch total überbewertet....
...sagt meine Freundin Danielle mit einem schiefen Grinsen, nachdem ich ihr erklärte, dass ich zwar genau weiß, wo sich der Wassertank befindet, aber das Pümpeli – also die Pumpe, die das Wasser von dort zum Wasserhahn bringen soll – einfach nicht funktioniert. "Macht doch nichts!", meint sie unbekümmert, "wir fahren ja im März mit unseren Büsslis auf einen Campingplatz, und dort gibt es ja genügend Wasser." Ja, wo sie recht hat, hat sie recht. Fließendes Wasser im Van ist wirklich ein Luxus, aber ganz ehrlich? Ich möchte mir diesen Luxus schon gönnen! Spätestens, wenn ich mit meiner Mutter und Verona nach Spanien aufbreche, will ich nicht bei jeder Katzenwäsche Wasserflaschen jonglieren.
Doch das mit dem Wasser entpuppt sich als eine fast epische Reise – fast so nervenaufreibend wie mein vorheriges Licht-Fiasko. Das Lichtproblem habe ich mittlerweile ja gelöst, dank der hilfsbereiten Leute von Binder Camping in Lörrach, die mir eine neue Bordbatterie eingebaut haben. Aber das Wasser? Tja, das bleibt ein Mysterium.
In meiner unermüdlichen Detektivarbeit rekrutiere ich Heinz, den besten Freund meines verstorbenen Mannes. Gemeinsam wagen wir uns auf eine Expedition durch das Innenleben meines geliebten Büsslis. Bewaffnet mit Taschenlampen, Schraubenziehern und einer ordentlichen Portion Entdeckergeist beginnen wir unsere Suche nach dem verschwundenen Pümpeli. Dabei machen wir einige erstaunliche Funde – zum Beispiel mysteriöse "Schalterli" in den entlegensten Winkeln meiner Schränke. Wofür die gut sind? Keine Ahnung! Aber vielleicht steuern sie ja irgendwie die Wasserversorgung? Hoffnungsvoll stelle ich sie in alle erdenklichen Positionen um – nichts. Keine Reaktion. Dabei ist doch definitiv noch Wasser im Tank! Enttäuscht räumen wir schließlich resigniert alles wieder zurück an seinen Platz.
Am Nachmittag greife ich zur letzten verbleibenden Rettung: Ich schreibe eine E-Mail an Binder Camping. Da die Markise sowieso noch geliefert werden soll, könnten sie doch auch gleich einen Blick auf mein Wassersystem werfen. Und vielleicht, nur vielleicht, verraten sie mir ja noch ein paar weitere geheime Funktionen meines Vans.
In meiner Verzweiflung wende ich mich an ChatGPT – schließlich weiß diese KI ja angeblich alles. Und was bekomme ich zur Antwort?
"Im Citroën Jumper Sol y Sombra Baujahr 2002 befindet sich die Wasserpumpe, die das Wasser vom Wassertank zum Lavabo fördert, in der Regel in der Nähe des Wassertanks selbst. Oft ist sie direkt am oder im Wassertank montiert, um eine effiziente Wasserförderung zu gewährleisten. Der genaue Standort kann je nach spezifischem Ausbau und Modell variieren. Es empfiehlt sich, die Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs zu konsultieren oder sich an einen Fachmann zu wenden, um den genauen Standort der Wasserpumpe zu ermitteln."
Aha. Sehr hilfreich. Und was, wenn ich diese ominöse Wasserpumpe einfach nirgendwo finde?
Die Bedienungsanleitung würde mir vielleicht helfen – würde, wohlgemerkt. Denn mein Exemplar scheint ein paar entscheidende Seiten zu vermissen. Natürlich genau die ersten Seiten 1 bis 7! Vielleicht stand ja genau dort das heilige Wissen über Wassertank und Pumpe.
Doch nicht nur die Wasserversorgung wirft Fragen auf – auch die Funktionsweise der Toilette gibt mir Rätsel auf. Muss ich da jetzt selbst Wasser hineinschütten? Oder versorgt sie sich automatisch aus dem Wassertank? Die Antwort bleibt vorerst ein Mysterium. Aber gut, irgendwie werde ich das schon herausfinden – immerhin habe ich ja jetzt Licht. Irgendwann finde ich auch das Pümpeli!